
Das Bistum Speyer setzt sich mit aller Entschlossenheit gegen sexuellen Missbrauch ein. Missbrauch bedeutet Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene und steht zu Sendung und Auftrag der Kirche in einem Widerspruch, der größer nicht sein könnte. Das Bistum tritt konsequent für die Betroffenen ein, leistet Hilfe und zieht die Täter zur Verantwortung. Link zu den ausführlichen Informationen des Bistums Speyer.
Wie schaffen wir in den Hochschulgemeinden einen möglichst sicheren Raum, an dem sich viele Menschen wohl und willkommen fühlen?
Nähe und Vertrauen als Grundlage der Hochschulseelsorge
Grundlegendes Ziel von Hochschulpastoral ist es, Menschen im Kontext von Universität und Hochschule in ihrer Persönlichkeitsentfaltung zu bestärken und sie bei Bedarf zu unterstützen und zu begleiten.
Hochschulpastoral möchte Begegnungsräume schaffen, in denen sich Menschen nahe sein können, mit und voneinander lernen und lebensdienliche Erfahrungen machen. Voraussetzung für eine in diesem Sinn gelingende Hochschulpastoral ist ein personales Angebot, das von gegenseitigem Vertrauen, von Nähe und von Respekt geprägt ist. Gleichzeitig liegt hier ein systemimmanenter Risikofaktor, der nie ganz vermieden werden kann, wenn hochschulpastorale Arbeit ihrem Ziel und Auftrag entsprechen will. Denn Nähe und Vertrauen begünstigen ebenso, dass Verletzlichkeit und Abhängigkeiten entstehen und potentielle Täter*innen diese ausnutzen können.
Kultur der Wertschätzung
In den Hochschulgemeinden leben wir eine Kultur der Wertschätzung und des gegenseitigen Respekts. Wir achten die Individualität und Diversität jeder Person und respektieren ihre persönlichen Meinungen und Entscheidungen, sofern sie sich nicht gegen das Wohl anderer Personen richten. Als Hochschulgemeinden sind wir Orte der Gastfreundschaft und heißen Menschen unabhängig ihrer religiösen, kulturellen und geschlechtlichen Identität willkommen. Unsere Angebote und Veranstaltungen gestalten wir möglichst partizipativ. Einzelne Aspekte dieser Kultur der Wertschätzung sind im folgenden Verhaltenscodex formuliert:
Verhaltenscodex
In den Hochschulgemeinden verpflichten sich Haupt- und Ehrenamtliche auf untenstehenden Verhaltenscodex.
Ebenso wirken wir darauf hin, dass sich Teilnehmer:innen von Veranstaltungen in ihrem Verhalten daran orientieren bzw. bei beobachteten Verstößen darauf berufen können.
I. Gleichbehandlung und Respekt gegenüber allen Menschen
Ich behandle alle Personen mit Respekt und derselben Wertschätzung unabhängig ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Herkunft, ihres kulturellen Hintergrunds und ihres Glaubens.
II. Gestaltung von Nähe und Distanz
Ich achte nach bestem Wissen und Gewissen darauf, keine körperlichen oder psychischen Grenzen zu überschreiten. Individuelle Grenzempfindungen und die Ablehnung von körperlichem Kontakt respektiere ich zu jeder Zeit.
Ich achte und schütze ich die Intimsphäre aller Anwesenden und Mitwirkenden besonders im Fall von geteilten Schlaf- und Sanitärräumen. Ich respektiere das Bedürfnis aller beteiligten Personen nach Rückzugsräumen und -phasen.
III. Sprache und Wortwahl
Ich achte auf eine wertschätzende Sprache und unterlasse diskriminierende, rassistische oder sexistische Sprache ebenso wie beleidigende Bemerkungen oder Bloßstellungen.
IV. Umgang mit Medien und sozialen Netzwerken
Bei der Verwendung digitaler Medien (Filme, Fotos, Tonaufnahmen) achte das allgemeine Persönlichkeitsrecht, insbesondere das Recht am eigenen Bild. Die Verbreitung digitaler Inhalte darf nur mit der ausdrücklichen Zustimmung der betreffenden Personen geschehen.
V. Umgang mit Grenzverletzung und Intervention
Nehme ich eine Grenzverletzung wahr, schreite ich nach meinen Möglichkeiten ein und beziehe Position. Dabei achte ich auf die Bedürfnisse der betroffenen Person(en) und auf einen geeigneten Rahmen der Intervention.
Unabhängige Missbrauchsbeauftragte
Die Ansprechpersonen des Bistum Speyers für Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch stehen Hilfesuchenden in allen Fällen des sexuellen Missbrauchs zur Verfügung. Sie arbeiten unabhängig und sind gegenüber dem Bistum nicht weisungsgebunden:
Heike Jockisch, Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin
Gabriele Obereicher, Soziologin, Familientherapeutin und systemischer Coach
E-Mail: ansprechperson@bistum-speyer.de
Tel.: 06232/102-545
Rechtsamt / Interventionsstelle - Bistum Speyer
E-Mail: intervention@bistum-speyer.de
Hanna Wachter, Interventionsbeauftragte
Koordination der Zusammenarbeit mit Betroffenenbeirat, Unabhängige Aufarbeitungskommission und Forschungsprojekt | Tel.: 06232/102-196
Marcus Wüstefeld, Rechtsdirektor i.K.
Abteilungsleiter und Justitiar des Bistums | Tel.: 06232/102-216
Saskia Masan
Sachbearbeiterin | Tel.: 06232/102-215
Bundesweites Hilfstelefon bei sexuellem Missbrauch
Betroffene von sexualisierter Gewalt und deren Angehörige können sich auch an von der katholischen Kirche unabhängige Anlaufstellen wenden.
Eine anonyme und kostenlose Beratung findet sich HIER und bietet schnell und unbürokratisch zum Beispiel das
Bundesweite Hilfstelefon bei sexuellem Missbrauch unter der Nummer 0 800 22 55 530
Orange the World - Gewalt gegen Frauen geht uns alle an!
Die UN-Kampagne „Orange The World“ macht seit 1991 auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam: Vom 25. November bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, soll die Farbe orange symbolhaft aufleuchten. Die KHG im Bistum Speyer beteiligt sich an der UN-Kampagne und gestaltet gemeinsam mit Studierenden an einigen Hochschulen orange Stühle und Bänke, die dann an markanten Orten in der Hochschule positioniert und mit Infomaterialien ausgestattet werden.



